Seit 70 Jahren gemeinsam durchs Leben

Seit 70 Jahren gemeinsam durchs Leben

„70 Jahre verheiratet – das ist heutzutage eine ganz besondere Sache“, betont Daniela Wolff, Pflegedienstleiterin im Wohnpark Tangerhütte, als sie mit Gisela und Günter Schwentesius auf die Gnadenhochzeit anstößt. Am 20. Mai 1950 haben sich beide als junge Leute getraut und sind bis heute verheiratet.

„Wir haben uns schon zu Schulzeiten gekannt, dann aber kurz aus den Augen verloren“, erinnert sich Gisela Schwentesius. Dann trafen sich beide auf der Berufsschule wieder und verliebten sich. „Die Zeiten kurz nach dem Krieg waren nicht einfach, aber wir haben uns zusammengerauft und das Beste daraus gemacht“, ergänzt Günter Schwentesius. Zuerst wohnten sie im elterlichen Haus des jungen Gärtnerlehrlings. „Später haben wir dann auf dem Hof auch unsere eigenen Räume beziehen können.“ Heute wohnt Gisela Schwentesius noch in dem Haus, wo am Ehrentag noch mit der Familie in kleiner Runde gefeiert wurde, ihr Gatte seit wenigen Wochen im Wohnpark Tangerhütte.

Daniela Wolff, Pflegedienstleiterin im Wohnpark Tangerhütte, gratuliert Gisela und Günter Schwentesius zum 70. Hochzeitstag. Foto: Fabian Biastoch

Daniela Wolff, Pflegedienstleiterin im Wohnpark Tangerhütte, gratuliert Gisela und Günter Schwentesius zum 70. Hochzeitstag. Fotos: Fabian Biastoch

Später gründeten beide eine Gärtnerei. „Ich habe den Schornstein selbst gebaut“, sagt Günter Schwentesius noch heute voller Stolz. Überhaupt habe man viel selbst gemacht und nach und nach errichtet. „Ab 1973 haben wir dann vor allem andere Geschäfte beliefert“, erinnert sich der heute 89-Jährige. „Azaleen waren besonders beliebt, nach der Wende mussten wir dann aber verstärkt auf Gemüse- und Beetpflanzen setzen.“ Diese Zeit sei noch einmal sehr schwer gewesen, ergänzt er.

Immer an seiner Seite war dabei Gisela. „Wir haben uns natürlich auch mal gestritten, dabei ging es oft um das Geschäft“, wirft die 88-Jährige ein. „Aber wenn es mal Regen gab, kam auch immer schnell die Sonne zurück.“ Beide haben sich immer gebraucht, einander aufgebaut und geliebt. Das war auch am Tag der Gnadenhochzeit sofort zu sehen, als sich beide morgens im Wohnpark sahen und Tränen über die Wangen kullerten.