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Azubi-Buddys begleiten den Ausbildungsstart

Azubi-Buddys begleiten den Ausbildungsstart

Bei Humanas beginnt die Ausbildung nicht allein. Mit den bewährten Buddy-Patenschaften erhalten die Auszubildenden eine feste Ansprechperson aus ihrem Wohnpark-Team. Die Buddys begleiten die Nachwuchskräfte im Arbeitsalltag, unterstützen bei Fragen und erleichtern die Orientierung vor allem während der ersten Monate.

Die Patenschaften sollen Sicherheit geben, den Austausch fördern und den Einstieg in die Ausbildung erleichtern. Gleichzeitig können die Buddys eigene Erfahrungen weitergeben und die Auszubildenden auf ihrem Weg begleiten.

Unterstützung in den Wohnparks

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen die ersten Teams in den Wohnparks. Im Wohnpark Ulnerstraße in Magdeburg begleitet Melanie Nachreiner die neue Pflegehilfe-Auszubildende Kiara-Lynn Flörcke. „Ich habe durchweg positive Erfahrung mit meinem Buddy gesammelt”, erinnert sich Melanie Nachreiner, die ihre Ausbildung zur Pflegehelferin kürzlich abgeschlossen hat. „Und ich freue mich umso mehr, diese Erfahrungen nun weitergeben zu dürfen.“

Die Auszubildende Kiara-Lynn Flörcke (l.) und ihre Patin Melanie Nachreiner im Wohnpark Ulnerstraße in Magdeburg. Foto: Humanas

Die Auszubildende Kiara-Lynn Flörcke (l.) und ihre Patin Melanie Nachreiner im Wohnpark Ulnerstraße in Magdeburg. Foto: Humanas

Im Wohnpark Wolmirstedt stehen Bettina Elsner und die Auszubildende Anna Nicole Kaesler als Team zusammen. Und im Wohnpark Heyrothsberge sind gleich mehrere Buddy-Patenschaften gestartet: Kristin Weiß begleitet Danny Kunzi, während Thomas Kluge dem Auszubildenden Shone Varghese zur Seite steht. Gemeinsam mit Praxisanleiterin Sandra Oberwinter unterstützen sie die Nachwuchskräfte beim Einstieg in den Ausbildungsalltag.

Neu-Azubi Shone Varghese (M.) wir werden seiner Ausbildung im Wohnpark Heyrothsberge von Buddy Thomas Kluge und Praxisanleiterin Sandra Oberwinter begleitet. Foto: Humanas

Neu-Azubi Shone Varghese (M.) wir werden seiner Ausbildung im Wohnpark Heyrothsberge von Buddy Thomas Kluge und Praxisanleiterin Sandra Oberwinter begleitet. Foto: Humanas

Azubi Anna Nicole Kaesler (l.) und ihre Buddy-Patin Bettina Elsner im Wohnpark Wolmirstedt freuen sich auf die gemeinsame Zeit. Foto: Humanas

Azubi Anna Nicole Kaesler (l.) und ihre Buddy-Patin Bettina Elsner im Wohnpark Wolmirstedt freuen sich auf die gemeinsame Zeit. Foto: Humanas

Im Wohnpark Grieben bilden die neue Pflegehilfe-Auszubildende Diana Mittendorf, die am 1. September gestartet ist, und Kathleen Elfert ein weiteres Azubi-Team.

Diana Mittendorf (l.) und ihre Buddy-Patin Kathleen Elfert im Wohnpark Grieben. Foto: Humanas

Diana Mittendorf (l.) und ihre Buddy-Patin Kathleen Elfert im Wohnpark Grieben. Foto: Humanas

Miteinander lernen und wachsen

Die Buddy-Patenschaften sind Teil des Humanas-Ausbildungskonzeptes und ergänzen die strukturierte Einarbeitung in den Wohnparks. Ziel ist es, Auszubildenden von Anfang an ein unterstützendes Umfeld zu bieten, in dem sie ankommen, lernen und sich entwickeln können.

Denn ein guter Start gelingt oft am besten, wenn jemand an der Seite steht.

Praxisanleitende auf ungewohntem Terrain 

Praxisanleitende auf ungewohntem Terrain 

Statt Ausbildungsplänen und Azubi-Unterstützung standen für die Praxisanleitenden von Humanas diesmal Schläger und Minigolfbälle im Mittelpunkt. Der Teamtag in Magdeburg sorgte für viel Spaß.

Beim jüngsten Treffen haben die Praxisanleiterinnen von Humanas den Arbeitsalltag für einen Moment hinter sich gelassen. Für einen besonderen Teamtag ging es auf die Magdeburger Minigolfanlage Bayerischer Garten. 

Zwischen Hindernissen, kniffligen Bahnen und überraschenden Umwegen zeigte sich schnell: Zu echten Minigolf-Profis reicht es vielleicht noch nicht. Dafür waren Teamgeist, gute Laune und jede Menge gemeinsames Lachen garantiert.  

Der Ausflug bot die Gelegenheit, sich abseits des Arbeitsalltags auszutauschen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Denn auch wenn die Praxisanleitenden an unterschiedlichen Humanas-Standorten tätig sind, verbindet sie ein gemeinsames Ziel: die bestmögliche Begleitung der Auszubildenden.

Am Ende stand weniger der Punktestand als vielmehr der gemeinsame Spaß im Mittelpunkt. Und wer weiß: Vielleicht fallen beim nächsten Treffen ja noch ein paar mehr Hole-in-Ones.

Mehr als 20 Auszubildende starten bei Humanas

Mehr als 20 Auszubildende starten bei Humanas

Mit 25 neuen Auszubildenden startet Humanas in das Ausbildungsjahr 2026/27. Buddy-Patenschaften, Azubi-Camp und individuelle Einarbeitung schaffen optimale Bedingungen für den Berufseinstieg.

Ausbildungsstart mit individueller Begleitung

Bei Humanas sind in diesem Ausbildungsjahr insgesamt 25 neue Auszubildende gestartet. Ab August bzw. September beginnen sechs Personen die Ausbildung zur Pflegefachkraft und 19 Menschen die einjährige Ausbildung in der Pflegehilfe. In nahezu allen Humanas-Wohnparks starten ein bis drei neue Nachwuchskräfte. Acht der neuen Auszubildenden waren zuvor bereits als Kolleginnen und Kollegen bei Humanas tätig. Zudem verstärken zwei angehende Pflegefachkräfte aus Indonesien sowie drei Pflegehilfeschülerinnen und -schüler aus Syrien und Indien die Teams.  

„Eine gute Ausbildung bedeutet für uns weit mehr als die Vermittlung von Fachwissen”, erklärt Fabian Biastoch, Geschäftsführer von Humanas. „Wir möchten die Menschen von Anfang an begleiten, fördern und sie zu einem Teil unserer Gemeinschaft machen.” Mit Patenschaften, strukturierter Einarbeitung und gemeinsamen Veranstaltungen sollen dafür beste Voraussetzungen geschaffen werden.

Im Wohnpark beteiligt sich die Auszubildende Liah Apel (l.) am Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner im Magdeburger Wohnpark Hans-Grade-Straße. Foto: Humanas

Im Wohnpark beteiligt sich die Auszubildende Liah Apel (l.) am Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner im Magdeburger Wohnpark Hans-Grade-Straße. Foto: Humanas

Die 17-jährige Liah Apel fühlt sich schon zu Beginn ihrer Ausbildung im Magdeburger Wohnpark in der Hans-Grade-Straße wie angekommen. „Ich habe hier das Team und die Bewohnerinnen und Bewohner in meinem dreimonatigen Praktikum vorher kennengelernt”, erinnert sich die junge Magdeburgerin, die mit der einjährigen Ausbildung zur Pflegehelferin im September startet. Nach weiteren Praktika bei verschiedenen Unternehmen entschied sie sich bewusst für Humanas. Besonders die Arbeitsatmosphäre und die Menschen vor Ort hätten sie überzeugt.

Azubi-Camp und Kickoff fördern Gemeinschaft

Traditionell wurden Liah Apel und die anderen neuen Auszubildenden bereits Anfang August bei einer gemeinsamen Kickoff-Veranstaltung begrüßt. Dazu gehörte auch das mittlerweile etablierte Bootfahren in Magdeburg, in diesem Jahr Tretbootfahren im Rotehornpark. Später folgte ein dreitägiges Azubi-Camp mit Schulungen zu Themen wie Motivationstechniken, Lernstrategien, Hygienegrundlagen und wichtigen praktischen Inhalten für den Pflegealltag. Ein Azubi-Speed-Dating sorgte zudem dafür, dass sich die neuen Nachwuchskräfte untereinander kennenlernen und erste Kontakte knüpfen konnten.

„Unsere Auszubildenden sollen sich von Beginn an willkommen fühlen und wissen, dass sie jederzeit Unterstützung erhalten“, erklärt Jenifer Diedrich, Referentin für Aus- und Weiterbildung bei Humanas. „Durch unsere praxisnahen Schulungen, die enge Begleitung in den Wohnparks und den Austausch untereinander schaffen wir eine solide Grundlage für einen erfolgreichen Ausbildungsstart.”

Buddy-Patenschaften stärken den Ausbildungsalltag

Bewährt hat sich zum Ausbildungsstart auch die Humanas-interne Buddy-Patenschaften: Dabei erhält jede Auszubildende und jeder Auszubildende eine feste Ansprechperson aus dem jeweiligen Wohnpark-Team. Die Patinnen und Paten begleiten die Nachwuchskräfte im Arbeitsalltag, unterstützen bei Fragen und erleichtern die Orientierung in den ersten Monaten. Sichtbar wird die Patenschaft durch einen Button sowie eine Urkunde.

Wie wertvoll dieses Konzept sein kann, zeigt sich beispielsweise im Magdeburger Wohnpark Ulnerstraße. „Ich habe durchweg positive Erfahrung mit meinem Buddy gesammelt und freue mich umso mehr, diese Erfahrungen nun weitergeben zu dürfen”, berichtet Melanie Nachreiner, die ihre Ausbildung zur Pflegehelferin kürzlich abgeschlossen hat.

Kiara-Lynn Flörcke (l.) und ihre Buddy-Patin Melanie Nachreiner bei der Übergabe der Patenschaft im Wohnpark Ulnerstraße in Magdeburg. Foto: Humanas

Kiara-Lynn Flörcke (l.) und ihre Buddy-Patin Melanie Nachreiner bei der Übergabe der Patenschaft im Wohnpark Ulnerstraße in Magdeburg. Foto: Humanas

Sie begleitet nun als Patin die 17-jährige Kiara-Lynn Flörcke, welche sich über die Patenschaft freut: „Wir mögen uns gern und ich erhoffe mir von der Zeit vor allem Zusammenhalt, Vertrauen und Unterstützung.” Und dies werde die Auszubildende bekommen, sichert ihr Melanie Nachreiner zu, denn die 42-jährige Magdeburgerin weiß aus eigener Erfahrung, wie hilfreich eine solche Begleitung beispielsweise bei schulischen Herausforderungen sein kann.

Strukturierte Einarbeitung in den Wohnparks

Neben der Buddy-Patenschaften setzt Humanas auf eine individuell abgestimmte Einarbeitung. Die zentrale Praxisanleitung hat einen Standard entwickelt, der neue Auszubildende systematisch an die Ausbildungsinhalte heranführt. Dazu gehört auch eine spezielle Azubi-Tour, welche im Dienstplan der jeweiligen Wohnparks vermerkt ist. Dabei lernen die Nachwuchskräfte die unterschiedlichen Versorgungsbereiche der ambulanten Pflege und Tagespflege, Bewohnerinnen und Bewohner sowie die vielfältigen Aufgaben im Pflegealltag individuell nach und nach kennen.

Insgesamt absolvieren damit derzeit 42 Auszubildende ihre Ausbildung bei Humanas. Darunter befinden sich auch internationale Nachwuchskräfte beispielsweise aus Marokko und Indonesien, die die Teams mit ihren Erfahrungen und Perspektiven bereichern. 

Humanas bietet ‚Bootcamp‘ für Azubis

Humanas bietet ‚Bootcamp‘ für Azubis

In einem zweitägigen Grundkurs bereiten Josephien Hahn, zentrale Praxisanleiterin bei Humanas, und Jenifer Diedrich, Expertin für Aus- und Weiterbildung, die neuen Auszubildenden auf den Start mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in unseren Wohnparks vor.

Der Übergang von der Schulzeit ins Berufsleben ist ein großer Schritt – gerade beim Schritt in ein so verantwortungsvolles Berufsfeld wie die Pflege von älteren Menschen. Um unseren neuen Auszubildenden den Einstieg zu erleichtern, gibt es seit dem Sommer 2024 einen zweitägigen Workshop für die Nachwuchs-Pflegeprofis. Bei diesem lernen die Azubis alles, was sie in unseren Wohnparks erwartet, sodass sie zukünftig gemeinsam mit unseren Teams den Humanas-Alltag rocken.

Selbstvertrauen für Ausbildung mitgeben

„Unser Ziel ist es, den Humanas-Nachwuchs nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zu stärken, damit die Auszubildenden mit Selbstvertrauen und Begeisterung in ihre Ausbildung starten können“, sagt Josephien Hahn, die seit Februar 2018 der Humanas-Familie angehört. Praktische Übungen und der gemeinsame Austausch stehen im Vordergrund. Themen wie Teamarbeit, die Kommunikation mit der Bewohnerschaft sowie ein erster Einblick in pflegerische Abläufe in unserem Wohnpark in Colbitz werden praxisnah vermittelt.

Um die Azubis für „trockene“ Themen wie Hygienestandards, Desinfektion, Rasur-Routine oder sicheren Transfer und richtige Lagerung zu begeistern, erfordert es Kreativität. Experimente mit fluoreszierendem Licht nach dem Händewaschen oder Selbsttests sowie das Erstellen kurzer Videos für Social Media begeistern die neuen Kolleginnen und Kollegen. Humor lockert die meisten Themen auf. So gibt es auch ein „Missgeschicke-Quiz“, bei dem falsche Lagerung oder Hygienefehler zu lustigen, aber lehrreichen Geschichten führen. Bei einem interaktiven Wettbewerb können die Azubis in kleinen Teams erstmals gemeinsam Aufgaben des Humanas-Alltags angehen.

Trockene Themen spannend aufbereitet

„Durch eine Kombination aus Unterhaltung, praktischen Erfahrungen und einem klaren Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen werden selbst vermeintlich trockene Themen zu spannenden Lerninhalten“, erklärt Jenifer Diedrich, die Humanas in Personalfragen bereits seit Juli 2017 unterstützt. „Intern nennen wir diesen Workshop ‚Bootcamp‘ für unsere Azubis“, sagt Praxisanleitung Josephien und lacht. „Aber Alltägliches mit Spannung und Kreativität gemeinsam vermittelt, legt vielleicht den Grundstein für eine erfolgreiche und erfüllende Laufbahn in der Pflege.“

Alltag unserer Auszubildenden aus der Ukraine

Alltag unserer Auszubildenden aus der Ukraine

Aufgrund des Krieges leben und arbeiten in Magdeburg immer mehr Menschen, die ursprünglich aus der Ukraine kommen. Auch in unseren Wohnparks sind junge Ukrainerinnen und Ukrainer unter anderem als Auszubildende tätig, die auch schon vor dem Kriegsbeginn nach Deutschland gekommen sind. Vier von ihnen berichten, was sie an Deutschland überrascht hat und auch darüber, was besonders anstrengend war. 

Für Oleksandr Semeniuk, kurz „Olek“, steht schon lange fest, dass seine berufliche Zukunft mit sozialem Engagement und Menschen zu tun haben soll. Aus diesem Grund studierte er an einer Universität in Kiew nach der Schule vier Jahre lang Medizin. „Bei uns ist es aber auch so, dass man zwischendurch eine Pause vom Studium einlegt und ich wollte diese nutzen, um in Deutschland eine zusätzliche Ausbildung zu machen“, berichtet der 22-Jährige, der aus der westukrainischen Stadt Kowel stammt. „Im Sommer 2020 fand ich eine Anzeige für die Ausbildung bei Humanas im Internet, habe mich beworben und kam so zu einer Vermittlungsagentur.“ 

Blutzucker-Messungen gehören zu den Aufgaben unseres Auszubildenden Oleksandr Semeniuk. Foto: Humanas

Kurz darauf belegte Olek Semeniuk einen Sprachkurs, legte die Eignungsprüfung beim Goethe-Institiut ab und fand sich in einem Vorstellungsgespräch mit Jenifer Diedrich, Referentin für Ausbildung, wieder. „Wir arbeiten seit 2020 mit einer Recruiting Agentur in Kiew zusammen, um Auszubildende aus der Ukraine anzuwerben“, erzählt die Humanas-Referentin. „In Vorgesprächen per Skype sammle ich erste Eindrücke von den Bewerbenden und nach einer Vorauswahl lerne ich sie dann vor Ort in einem persönlichen Gespräch kennen, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.“ Neben dem Sprachniveau B1 in Deutsch müssen die Bewerbenden außerdem die regulären Anforderungen, wie Impfungen und Schulabschluss nachweisen, um die Ausbildung beginnen zu können. 

Als Au-Pair in Deutschland verliebt und als Auszubildende zurückgekommen 

Eine der ersten ukrainischen Auszubildenden bei Humanas, die diese Hürden bestanden hat, ist Vladyslava Perevedentsevan. Sie ist seit September 2020 in Magdeburg und kommt ursprünglich aus Nikopol, einer Stadt im Süden der Ukraine. „Ich hatte mich schon 2018 in Deutschland verliebt, als ich als Au-Pair in Frankfurt am Main war“, sagt die 24-Jährige, die von ihrem Team im Magdeburger Wohnpark am Bruno-Taut-Ring „Vlada“ genannt wird. „Nach meinem Studium der Deutschen Sprache in der Ukraine war es dann recht zufällig, dass ich das Ausbildungsangebot von Humanas im Internet gefunden und mich spontan dafür beworben habe.“ Im Bereich der Medizin und Pflege wollte Vlada Perevedentsevan schon in ihrer Heimat arbeiten, doch ihre Eltern hatten wegen der schlechten Bezahlung davon abgeraten. 

Auszubildende Vlada Perevedentsevan bereitet mit Marcel Besler im Wohnpark Bruno-Taut-Ring das Essen zu. Foto: Humanas

Die 22-jährige Martina Fedorenko hingegen hat in der Ukraine schon eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. „Ich hätte mir das zwar in Deutschland anerkennen lassen können, aber ich wollte hier lieber die Ausbildung zur Pflegefachfrau machen, weil vieles einfach anders ist“, so die junge Frau, die vor allem aufgrund ihrer Zeit als Au-Pair in Österreich Gefallen an Deutschland fand. „In der Ukraine geben wir als Fachkräfte beispielsweise nur Medikamente und versorgen die kranken Personen im medizinischen Bereich – die reine Pflege wie das Waschen übernehmen Hilfskräfte oder Angehörige.“ In der Ukraine gäbe es zudem vergleichsweise wenig Pflegeheime. 

Ein weiterer großer Unterschied in der Pflege sei das Gesundheitssystem und, dass es in Deutschland für eigentlich alles Versicherungen gäbe. „Es gibt bei uns zwar etwas ähnliches, aber viele Menschen in der Ukraine haben diese Versicherung einfach nicht und müssen, wenn sie krank werden, alle Medikamente, Spritzen, Verbandmaterial usw. selbst bezahlen – das ist sehr teuer, vor allem, wenn man operiert werden muss“, erzählt die 22-Jährige, die aus der ukrainischen Stadt Cherson kommt und seit September 2021 in Magdeburg lebt. „Man muss das hier zwar auch bezahlen, aber wenn einem etwas passiert, wird einem geholfen und das ist in Deutschland wirklich viel besser organisiert.“ 

Mietwohnungen in der Ukraine mit Möbeln, Geschirr und Küche 

Wohingegen es jedoch hierzulande mehr Organisation bei der Ausstattung von Wohnungen brauche als in der Ukraine. „Bei uns mietet man einfach eine Wohnung komplett mit Küche, Möbeln und sogar Geschirr“, berichtet Martina Fedorenko. „Wir hatten hier aber zum Glück nicht nur bei der Suche nach einer Wohnung, sondern auch bei der Einrichtung die ganze Zeit Unterstützung von Humanas.“ Diese Hilfe hebt auch Anastasiia Kopotiienko, die gemeinsam mit Olek Semeniuk und Martina Fedorenko im September 2021 nach Magdeburg gekommen ist, hervor. „Uns wurden die Termine im Bürgerbüro usw. organisiert, bei allen Fragen bekamen wir eine Antwort und wir hatten auch viel Hilfe mit unseren Dokumenten“, ergänzt die 22-Jährige, die ursprünglich aus Charkiw kommt. „Mir ist hier auch als erstes aufgefallen, dass ich eigentlich nur nette und höfliche Menschen kennengelernt habe.“ Mit 18 Jahren lernte Anastasiia Kopotiienko Deutschland als Touristin kennen und beschloß, hierher auswandern zu wollen. Nach zwei Studienabschlüssen in der Ukraine setzte sie diesen Plan nun mit der Ausbildung bei Humanas in die Tat um. 

Für Anastasiia Kopotiienko gehören Gespräche mit Bewohnern und Bewohnerinnen zum Wohnpark-Alltag. Foto: Humanas

„Wenn sie ankommen, terminieren wir für die Auszubildenden auch ärztliche Untersuchungen, organisieren Telefonkarten sowie Bankkonten und erklären Alltägliches, wie Mülltrennung oder das Pfandsystem“, erläutert Jenifer Diedrich die zusätzliche Betreuung durch Humanas in der Ankunftsphase. Vor allem aber ist die umfangreiche deutsche Bürokratie für die jungen Menschen aus der Ukraine ungewohnt – und langwierig. „Allein um eine SIM-Karte zu kaufen, für die man bei uns in den Laden geht und sie mitnimmt, muss man sich in Deutschland per Video mit dem Pass ausweisen und auch die Bearbeitung von Dokumenten dauert zum Teil sehr, sehr lang“, berichtet Olek Semeniuk. „Außerdem wird hier so viel mit Papier gearbeitet – in der Ukraine bekommen wir fast gar keine Briefe, weil meist alles über E-Mails läuft.“ Zudem überraschte es den 22-Jährigen besonders, dass zum Frühstück und Abendbrot oft Brot bzw. Brötchen mit Butter und Belag gegessen werden: „Bei uns essen wir auch dann meistens warme Speisen, wie Suppen oder Fleisch mit Kartoffeln und Buchweizen.“ 

Frühaufstehende mit ungewöhnlichen Essgewohnheiten und klarer Sprache 

Auch für Vlada Perevedentsevan waren die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen eine Umstellung, wie sie berichtet. „Aber vor allem ist dieses Land ein Land der Frühaufsteher“, sagt die 24-Jährige und lacht. „In meiner Heimat beginnt alles etwa eine Stunde später – das war ungewohnt.“ Die neue Sprache stellte die Auszubildenden ebenso vor eine besondere Herausforderung, wobei Anastasiia Kopotiienko davon auch überrascht war. „Ich finde, dass die Sprache hier so klar und sehr angenehm anzuhören ist“, antwortet sie auf die Frage nach den Unterschieden zwischen Deutschland und ihrer Heimat. „Aber auch die Infrastruktur ist wesentlich weiterentwickelt als in der Ukraine, wobei ich in der Ukraine wiederum das Wertvollste habe – meine Familie und Freunde.“ 

Für die 22-Jährige und die drei anderen Azubis ist die Zeit, seit der Krieg in ihrer Heimat ausgebrochen ist, besonders schwer. So hat Olek Semeniuk beispielsweise mehrere Verwandte, mitunter seine Mutter und Schwester, zeitweise bei sich in der Magdeburger Wohnung untergebracht. Vlada Perevedentsevan musste ihre minderjährige Schwester aufgrund der Ereignisse aus der Ukraine zu sich holen. „Aber wir sind bei Humanas irgendwie eine große Familie und auch in dieser schwierigen Situation habe ich so viel Unterstützung bekommen“, berichtet sie von den vergangenen Monaten. 

Und auch die Humanas Wohnparks haben aktiv unterstützt und im Zuge der Aktion #HumanasHilft Spenden mit Kleidung, Lebensmitteln und anderen Hilfsmitteln gesammelt. Aufgrund der großen Beteiligung an den jeweiligen Standorten sind zahlreiche Spenden zusammengekommen, die im Anschluss durch organisierte Transporte an die ukrainische Grenze gebracht wurden. In Wohnungen der Wohnparks wurden zudem einige Geflüchtete nach ihrer Ankunft erst einmal untergebracht und vom Humanas-Team bei Behördengängen und der Wohnungssuche weiter unterstützt. Drei der Menschen, die mittlerweile nach Deutschland geflüchtet sind, arbeiten nun bei Humanas oder wollen im Herbst 2022 ebenfalls die Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen und lernen bis dahin den Alltag im Wohnpark durch Praktika kennen. 

Zukunftspläne in Deutschland für die Zeit nach der Ausbildung 

Für die bisherigen Auszubildenden aus der Ukraine steht jedoch fest, dass sie auch nach ihrer Ausbildung in Deutschland bleiben wollen. „Nach einem für mich schwierigen Start, weil mich das ganze Neue damals eher verängstigt hatte, habe ich mich inzwischen richtig eingelebt“, berichtet Vlada Perevedentsevan als „Dienstälteste“ der vier. „Ich habe einen Mann kennengelernt mit dem ich zusammen wohne, möchte als nächstes meine Ausbildung beenden und am liebsten auch zukünftig bei Humanas bleiben.“ 

Anja Tangermann (M.), stellvertretende Pflegedienstleiterin im Magdeburger Wohnpark Hans-Grade-Straße, erklärt den Auszubildenden Oleksandr Semeniuk und Martina Fedorenko die Pflegedokumentation. Foto: Humanas

Anastasiia Kopotiienko hat auch schon genauere Pläne geschmiedet. „Ich will auf jeden Fall hier bleiben, vielleicht sogar in Magdeburg“, so die Auszubildende. „Und dann mache ich wahrscheinlich eine Weiterbildung, denn ich möchte mich gern in diesem Bereich weiterentwickeln.“ Und auch der 22-jährige Oleksandr Semeniuk hat eine genaue Vorstellung, will nach der Ausbildung sein Medizin-Studium weiter verfolgen: „Aber, wenn möglich, will ich parallel auch weiter bei Humanas arbeiten.“